Unsere Club Geschichte

Geschichte: Von 1910 bis heute

Am 22. Dezember 1910 wurde der Deutsche Hockey Club in Hannover im Hotel „zu den Vier Jahreszeiten“ gegründet. Die 17 Gründungsmitglieder – darunter der Student der Medizin Friedrich Fiedler, der bis zu seinem Tode das Bild des DHC maßgeblich geprägt hatte – waren bis dato Mitglieder im DSV 1878, die sich mit der Gründung des DHC von ihrem alten Club lossagten. Als Clubfarben wurden die Farben schwarz und rot festgelegt.

Schon im Frühjahr 1911 wurde der Sportbetrieb aufgenommen. Hockey wurde auf einem angemieteten Platz auf der Radrennbahn gespielt, während die Tennisspieler Sonntags auf drei Plätzen des Deutschen Tennis Vereins (DTV) als Gäste spielen durften.

1913 wurde die eigene Clubanlage im Georgengarten mit einem Hockeyturnier eröffnet, bei dem auch eine repräsentative Elf der Englischen Hockey Association teilnahm. Die Sportanlage bestand aus zwei Hockey– und vier Tennisplätzen, nebst einem kleinen Clubhaus mit Garderoben.

Trotz der Weltwirtschaftskrise wurde 1924 ein größeres Clubhaus gebaut, die Tennisanlage um 3 Plätze erweitert und eine 600 m Laufbahn fertiggestellt. Vom Beginn der zwanziger Jahre war die Leichtathletikabteilung im DHC führend unter sämtlichen Vereinen in Hannover. Allein der damals berühmte Staffellauf „Hildesheim-Hannover“ wurde sechs mal in Folge vom DHC gewonnen.

Die Herrenmannschaft im Hockey gehörte bis zum 2. Weltkrieg zu den besten deutschen Hockeymannschaften, die aber auch bei international besetzten Osterhockey-Turnieren in Deutschland und in England hervorragende Ergebnisse erzielte.

Bei den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam nahmen drei DHCer – Kurt Haverbeck, Herbert Hobein und Heinz Wöltje – im olympischen Hockeyturnier teil und errangen die Bronzemedaille. Der Mitgrüner des DHC – Dr. Friedrich Fiedler – war als Sportwart des Deutschen Hockey Bundes der Coach dieser Mannschaft.

Der 2. Weltkrieg und die daraus entstandenen Folgen waren für den DHC von einschneidender Bedeutung. Teile der Platzanlage wurde als Flakstellung benutzt und im Oktober 1943 wurde das Clubhaus bei einem Luftangriff getroffen und brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Da 1945 der Pachtvertrag mit der Stadt Hannover abgelaufen war wurden drei Hockeyplätze und die Laufbahn zwei Nachbarvereinen zugeschlagen.
1947 wurde, mit den damals sehr beschränkt zur Verfügung stehenden Materialien, ein kleines neues Clubhaus gebaut, das 1951 vergrößert wurde und somit allen Ansprüchen der Mitglieder entsprach.

1950 wurde die Sportanlage um zwei Hockeyplätze erweitert, so daß nunmehr der Club wieder über drei Plätze verfügte, während für die Tennisabteilung sieben Außenplätze zur Verfügung standen. 1970 – anlässlich des 60. Jubiläums – wurde die Sporthalle auf der Anlage des DHC eingeweiht. Zu Ehren des 1968 verstorbenen Präsidenten bekam diese Halle den Namen „Heinz Wöltje Halle“.

Nach dem Krieg knüpfte der DHC – besonders im Herrenhockey – wieder an die Erfolge der Vorkriegszeit an. Man entschied sich 1949 – zusammen mit anderen Traditionsclubs – nicht mehr am Meisterschaftsspielverkehr teilzunehmen. Dieser Beschluss musste 1963 zurückgenommen werden, da sich immer mehr der führenden Hockeyclubs an den Punktspielen beteiligten und somit kaum noch Spieltermine zur Verfügung standen. 1969 qualifizierte sich die Herrenmannschaft für die neu geschaffene Bundesliga im Feldhockey und stieg 1973 in die Hallenbundesliga auf.

1974 war der Gewinn der Deutschen Meisterschaft der A-Jugend im Hallenhockey der Höhepunkt der Saison, bei der man im Finale den Dürkheimer HC mit 5:4 besiegte.

Bei der Europameisterschaft im Feldhockey der Herren 1978 in Hannover, standen mit Reinhard Krull, Andreas Wistuba und Reinhardt Lange drei DHCer im Nationalteam, das dann am 10. September die Europameisterschaft gewann.

Die Leichtathletikabteilung kam auch nach dem Krieg wieder in Schwung, konnte jedoch nicht mehr an die Erfolge der zwanziger Jahre anschließen. Lediglich die DHC-Ausnahmeathletin – Jutta Heine – errang 1960 bei den Olympischen Spielen in Rom auf der 200m-Strecke und in der 4x100m-Staffel zwei Silbermedaillen.

Im Tennissport waren nach dem Krieg in Hannover der DTV und der HTV die führenden Vereine. Die besten Spielerinnen und Spieler kamen hauptsächlich vom Hockey. In den Sechziger- und Siebziger Jahren dominierten im Damentennis Detta Städler und Heidi Winkelvoß und bei den Herren Wilfried Grube das Tennisgeschehen im DHC.

1990 wurde mit einem Vier-Nationen-Turnier der erste Kunstrasenplatz in Hannover auf dem Gelände des DHC eingeweiht. Spitzenhockey wird nunmehr nur noch auf Kunstrasen gespielt. Die Hoffnungen bald wieder in der Bundesliga zu spielen erfüllten sich allerdings nicht, da sich in Hannover mit dem DTV und 78 zwei Konkurrenten aufgetan hatten, die sich gegenseitig das Leben schwer machten.

Ein Fokus liegt in der aktuellen sportlichen Arbeit auf der Hockey-Jugend. In den vergangenen Jahren spielte sich die DHC-Jugend immer weiter nach vorne und ist mittlerweile die bestimmende Kraft in Niedersachsen. Diverse Niedersachsen-Meistertitel gehen jedes Jahr wieder an die Graft. Auch an den Zwischenrunden zur Deutschen Meisterschaft nimmt der DHC regelmäßig teil. Die Teilnahme an den Endrunden gelang jedoch erst wieder im Jubiläumsjahr 2010 (Knaben A und weibl. Jugend B). Auf der eigenen Anlage hat die weibliche Jugend B die Endrunde gewonnen und die zweite Deutsche Meisterschaft an die Graft geholt.
Jährlich wird mit dem Wilhelm-Hirte-Cup (WHC) das größte Kinderturnier in Norddeutschland ausgetragen.

Seit 2009 wird im DHC Hannover eine weitere, schnelle Mannschaftssportart betrieben: Lacrosse. Diese, besonders in den USA erfolgreiche Sportart startete im DHC gleich mit zwei Bundesliga-Mannschaften. Die Damen wurden im ersten Jahr gleich Deutscher Vizemeister. 2010 wurde die Deutsche Lacrosse Meisterschaft in Hannover auf dem Gelände des DHC ausgetragen. Von 2010 bis 2020 konnten die Lacrosse Damen insgesamt fünfmal den Titel um die Deutsche Meisterschaft an die Graft holen.

Der DHC hat nun mehr als 110 Jahre hinter sich, die durch den 1. Weltkrieg mit der anschließenden Weltwirtschaftskrise, dem 2. Weltkrieg mit den Nachkriegsfolgen geprägt waren. Die gefährlichen Klippen konnten immer „umschifft“ werden, weil sich herausragende Persönlichkeiten – Frauen und Männer – um den Club verdient gemacht haben. Vier Namen drängen sich auf genannt zu werden:

Curt Strantz, Dr. Friedrich Fiedler, Dr. Karl Dreyer und Heinz Wöltje. Diese besonderen Charaktere haben den Club über die Jahrzehnte geprägt und geführt. Für die sportlichen Erfolge, besonders natürlich im Hockey, möchten wir stellvertretend für alle anderen herausragenden Sportler die nachfolgenden Namen nennen: Detta Städler, Heidi Winkelvoß, Cläre Janson, Heinz Wöltje sen., Kurt Haverbeck, Wilfried Grube und Reinhart Krull.

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